22.09.2025 | Die aktuelle politische Lage, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Entwicklungen in den Betrieben der Region – diese Themen standen im Fokus der dritten Delegiertenversammlung der IG Metall Cottbus am 18. September.
Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Cottbus, blickte zu Beginn der Veranstaltung auf die derzeitige politische Situation in Deutschland und der Welt. Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage, die Unternehmen vor Probleme stellen und Arbeitsplätze in Deutschland gefährden, appellierte er an die Bundesregierung, möglichst schnell für stabile Rahmenbedingungen zu sorgen. „Die Verantwortlichen in der Politik haben den Industriestrompreis zwar auf den Weg gebracht, umgesetzt ist er aber noch immer nicht“, sagte Wachsmann und forderte: „Das muss schneller gehen.“ Ohne Planungssicherheit nämlich, würden Unternehmen nicht investieren, was zahlreiche weitere Arbeitsplätze in Gefahr bringe. Auch in Sachen Zollpolitik sieht Wachsmann weiteren Handlungsbedarf: „Hier ist die europäische Politik gefragt, das Thema noch einmal anzupacken und nachzuverhandeln.“ Aber auch die Arbeitgeber sieht Holger Wachsmann in der Pflicht. „Statt die Krise auszunutzen und zum Angriff auf soziale Errungenschaften zu blasen, sollten sie Verantwortung übernehmen“, so Wachsmann auch im Hinblick auf die Angriffe auf den Acht-Stunden-Tag.
Freie Plätze im Kommunikationsseminar zur Mitgliederwerbung
Die schwierige wirtschaftliche Lage, so berichtete Wachsmann den Delegierten im Geschäftsbericht, habe auch Einfluss auf die Arbeit der Geschäftsstelle. So sei es schwieriger, neue Mitglieder zu gewinnen als noch im Vorjahr, „insgesamt aber ist die wirtschaftliche Lage der Geschäftsstelle weiter stabil“, erklärte der Erste Bevollmächtigte. Gleichwohl appellierte er an die ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionäre, das Kommunikationsseminar zur Ansprache von noch Nichtmitgliedern, das auf ausdrücklichen Wunsch der Ehrenamtlichen am Samstag, 27. September, in der Geschäftsstelle Cottbus stattfindet, auch zu besuchen. „Bei den Anmeldezahlen ist noch Luft nach oben“, sagte Wachsmann. Er wies noch einmal darauf hin, dass eine stabile Mitgliederentwicklung wichtig sei, um in den Betrieben auch bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind gut organisierte Belegschaften wichtig, um der Willkür von Arbeitgebern etwas entgegenzusetzen“, so Holger Wachsmann.
Berichte aus den Betrieben
ERA-Einführung, Gründung eines Aktivenkreises, Forderungsbeschluss für einen neuen Haustarifvertrag oder Vorbereitung der Betriebsratswahlen im kommenden Frühjahr: Auch die Berichte aus den Betrieben der Region standen wieder auf der Tagesordnung der Delegiertenversammlung. Holger Wachsmann und Gewerkschaftssekretär Jörn Homuth informierten über aktuelle Entwicklungen bei Actemium BEA, WVG Hoyerswerda, im Spreewerk, bei Caleg, Bals und FAM.
AGA
Die Ü18-Gruppe der Geschäftsstelle Cottbus – der Ausschuss für außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit (AGA) berichtete über den gemeinsamen AGA-Workshop. Gemeinsam mit dem AGA-Arbeitskreis der Kooperationsgeschäftsstelle Ostbrandenburg hatten sich AGA-Aktive aus Cottbus im Juni im Tagungszentrum Schorfheide getroffen, um sich auszutauschen und die Arbeit der kommenden Monate in den Blick zu nehmen. Geplant ist unter anderem der Besuch im brandenburgischen Landtag und das Gespräch mit einem Landtagsabgeordneten. Dafür hatten die Teilnehmenden inhaltliche Schwerpunkte vorbereitet, zum Beispiel Energiepolitik, Bildung oder Infrastruktur und Weiterentwicklung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Diese wollen sie in die geplante Diskussion einbringen. Der Termin für den Besuch ist noch offen. Fest steht aber schon jetzt, dass auch 2026 ein gemeinsamer Workshop der beiden AGA-Kreise aus den Kooperationsgeschäftsstellen Cottbus und Ostbrandenburg stattfinden soll.
Gruß aus der Bezirksleitung
Christoph Hahn, in der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen für Wirtschafts- und Strukturpolitik zuständig, richtete den Delegierten einen Gruß des neuen Bezirksleiters Jan Otto aus. Der Vorstand der IG Metall hatte Otto, der zuvor Erster Bevollmächtigter in Berlin war, am 8. September zum neuen Bezirksleiter ernannt.
Außerdem berichtete Christoph Hahn über den Tarifabschluss in der Leiharbeit und die laufende Tarifrunde in der ostdeutschen Stahlindustrie und warf einen Blick auf die ersten hundert Tage der neuen Bundesregierung.
Termine
Im Ausblick gab Holger Wachsmann einen Überblick auf die bevorstehenden Veranstaltungen der Geschäftsstelle Cottbus.